Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,
Oktober – Zwischen Ernte und Hoffnung
Der Oktober ist ein Monat des Übergangs. Die Tage werden kürzer, die Farben der Natur intensiver. Bäume lassen ihre Blätter los, Felder sind abgeerntet, und die Natur erinnert uns daran: Nichts bleibt, wie es ist.
Vielleicht liegt gerade darin eine besondere geistliche Einladung. Wir Menschen halten gerne fest – an Gewohntem, an Plänen, an Menschen und manchmal auch an Vorstellungen davon, wie unser Leben sein sollte. Der Herbst zeigt uns, dass Loslassen zum Leben gehört. Was vergangen ist, darf vergangen sein. Und zugleich liegt in jedem Abschied die Verheißung eines neuen Anfangs.
Im Glauben dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott auch in den Zeiten gegenwärtig ist, in denen wir Veränderung oder Verlust erleben. Der biblische Glaube erzählt immer wieder von einem Gott, der Menschen auf ihrem Weg begleitet – durch Aufbruch und Ankunft, durch Ernte und Verlust, durch Dunkelheit und neues Licht.
Der Oktober ist auch ein Monat der Dankbarkeit. Wenn wir auf die Ernte schauen, werden wir daran erinnert, dass vieles in unserem Leben nicht allein unserer eigenen Leistung entspringt. Wir empfangen. Wir sind beschenkt – mit Nahrung, mit Beziehungen, mit Zeit, mit Möglichkeiten und mit Menschen, die unseren Weg begleiten.
So können wir diesen Oktober bewusst als einen Monat des Vertrauens gestalten: dankbar für das, was gewachsen ist, versöhnt mit dem, was wir loslassen müssen, und hoffnungsvoll im Blick auf das, was vor uns liegt.
Denn Gottes Zusage gilt nicht nur für die hellen und erfolgreichen Zeiten unseres Lebens. Sie gilt auch dann, wenn die Blätter fallen und unser Weg durch dunklere Tage führt.
„Alles hat seine Stunde“ (Kohelet 3,1). Auch der Herbst. Auch unser Leben. Und in allem dürfen wir darauf vertrauen: Gott geht mit.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Oktober und Herbst
Ihre Heidi Zierke Gemeindereferntin